Immer häufiger erhalten Nutzer von sozialen Netzwerken Post von der SoundGuardian GmbH. In vielen Fällen handelt es sich um eine Berechtigungsanfrage oder Abmahnung wegen der Nutzung von Musik in Videos auf TikTok oder Instagram.
Betroffene berichten aktuell (Stand 21. Oktober 2026) über Schreiben, in denen ihnen vorgeworfen wird, bekannte Songs ohne entsprechende Lizenz in Social-Media-Videos verwendet zu haben. Häufig geht es dabei um Titel wie „Push Up“, „Pump It Up“, „Wonderful Life“, „Faded Love“ oder andere bekannte Musikstücke.
Auch heute (21.10.2026) wurden uns gleich 3 Schreiben (Berechtigungsanfragen) der SoundGuardian GmbH von Betroffenen zur Prüfung vorgelegt. Die aktuellen SoundGuardian-Schreiben datieren übrigens vom 17.10.2026 mit Fristsetzung zur Zahlung bis zum 04. November 2026.
Doch was steckt hinter einer solchen SoundGuardian Abmahnung – und wie sollten Betroffene reagieren?
1. Hintergrund der aktuellen (Stand 21.10.2026) SoundGuardian Abmahnungen bzw. Berechtigungsanfragen
Nach den derzeit vorliegenden Schreiben beruft sich die SoundGuardian GmbH auf angebliche Rechte an verschiedenen Tonaufnahmen. Den Empfängern wird vorgeworfen, Musikstücke ohne ausreichende Lizenzierung in Videos eingebunden und anschließend auf Plattformen wie TikTok oder Instagram veröffentlicht zu haben.
In vielen Fällen wird argumentiert, dass die Veröffentlichung nicht rein privat, sondern im gewerblichen Kontext erfolgt sei. Nach Auffassung von SoundGuardian würden die von den Plattformen bereitgestellten Musikbibliotheken eine solche Nutzung teilweise nicht abdecken.
Der zentrale Vorwurf lautet daher häufig:
Unzulässige öffentliche Zugänglichmachung einer Tonaufnahme im Internet.
Ob dieser Vorwurf tatsächlich zutrifft, muss jedoch immer im konkreten Einzelfall geprüft werden. Gerade bei Social-Media-Accounts ist häufig streitig, ob überhaupt eine gewerbliche Nutzung vorliegt.
2. Welche Forderungen stellt SoundGuardian aktuell (Oktober 2026)?
In den aktuell kursierenden Schreiben werden teilweise erhebliche Geldbeträge verlangt.
Beispielsweise wurde in einem uns heute ein SoundGuardian-Schreiben vom 21.09.2026 vorgelegt, in welchem für die Nutzung von Songs Songs in einem Instagram-Videos ein Betrag von insgesamt 7.420.- € zuzüglich Umsatzsteuer gefordert wird.
Solche Forderungen können sich laut Schreiben aus verschiedenen Positionen zusammensetzen, etwa:
- nachträgliche Lizenzgebühren
- Schadensersatzforderungen
- Kosten der Rechtsverfolgung
Betroffene sollten jedoch beachten:
Nicht jede Forderung ist automatisch berechtigt oder in der geforderten Höhe durchsetzbar.
3. Was wird bei einer SoundGuardian-Forderung eigentlich konkret beanstandet?
Bei den Schreiben von SoundGuardian geht es nicht einfach nur darum, dass ein bestimmter Song auf Instagram oder TikTok verwendet wurde. Entscheidend ist vielmehr, auf welche Weise die Musik genutzt und mit dem jeweiligen Video verbunden wurde.
SoundGuardian beruft sich nach den eigenen Angaben insbesondere auf sogenannte Synchronisations- beziehungsweise Filmherstellungsrechte. Gemeint ist damit vereinfacht das Recht, Musik mit bewegten Bildern zu verbinden – beispielsweise mit einem Instagram-Reel, einem TikTok-Video oder einem anderen Social-Media-Beitrag. (SoundGuardian)
Daneben können je nach konkretem Fall auch weitere Rechte eine Rolle spielen. In uns vorliegenden SoundGuardian-Schreiben werden beispielsweise Rechte an der konkreten Tonaufnahme sowie am zugrunde liegenden musikalischen Werk geltend gemacht. Es sollte deshalb immer genau geprüft werden, welche Rechte SoundGuardian im jeweiligen Schreiben tatsächlich bezeichnet und auf welche konkrete Nutzung sich die Forderung bezieht.
Gerade hierin liegt ein wichtiger Punkt für die rechtliche Prüfung: Es genügt nicht, lediglich festzustellen, dass Musik in einem Video verwendet wurde. Vielmehr ist zu klären, welche Rechte für diese konkrete Nutzung erforderlich waren und ob diese Rechte möglicherweise bereits durch eine bestehende Lizenz abgedeckt waren.
4. Wie lässt sich das Risiko zukünftiger SoundGuardian-Forderungen reduzieren?
Unternehmen und Selbstständige können das Risiko entsprechender Forderungen insbesondere dadurch reduzieren, dass sie bei der Auswahl von Musik für Social-Media-Videos genau darauf achten, welche Nutzungsrechte tatsächlich eingeräumt werden.
Mögliche Wege sind beispielsweise:
- Musik mit eindeutig geklärten Nutzungsrechten: Verwendet werden kann Musik, bei der die erforderlichen Rechte für die konkrete geschäftliche Nutzung ausdrücklich eingeräumt sind. Das können je nach Angebot beispielsweise speziell für kommerzielle Nutzungen lizenzierte Musikstücke oder entsprechend freigegebene Bibliotheken sein.
- Professionelle Musikbibliotheken: Anbieter von Musikbibliotheken bieten teilweise Lizenzen an, die ausdrücklich bestimmte kommerzielle Social-Media-Nutzungen erfassen. Entscheidend ist auch hier, die jeweiligen Lizenzbedingungen vor der Nutzung zu prüfen.
- Spezielle Business- oder Commercial-Angebote der Plattformen: Soweit Instagram, TikTok oder andere Plattformen besondere Musikangebote für Unternehmen oder kommerzielle Nutzungen bereitstellen, kann deren Nutzung eine sinnvolle Alternative darstellen. Allerdings sollte auch hier geprüft werden, welche konkrete Nutzung tatsächlich von der jeweiligen Lizenz erfasst wird.
- Dokumentation der Lizenz: Besonders wichtig ist es, die Lizenzbedingungen und den Zeitpunkt des Erwerbs beziehungsweise der Freigabe zu dokumentieren. Im Streitfall sollte nachvollziehbar sein, auf welcher Grundlage die Musik verwendet wurde.
Vorsicht bei der Musikbibliothek von Instagram oder TikTok
Die bloße Tatsache, dass ein Musikstück in der Musikbibliothek von Instagram oder TikTok verfügbar ist, bedeutet nicht automatisch, dass es für jede Art der Nutzung freigegeben ist.
Gerade bei geschäftlichen Inhalten kann es darauf ankommen, ob die vorhandenen Plattformlizenzen die konkrete Nutzung abdecken. SoundGuardian weist selbst darauf hin, dass die von Plattformen geschlossenen Vereinbarungen nach seiner Darstellung insbesondere nicht jede kommerzielle Nutzung erfassen. (SoundGuardian)
Umgekehrt sollte aber auch nicht pauschal angenommen werden, dass jede Musiknutzung durch einen Business-Account unzulässig ist. Entscheidend bleiben die konkreten Umstände des Einzelfalls und die jeweils geltenden Lizenzbedingungen.
Wer für ein Unternehmen regelmäßig Reels oder TikTok-Videos produziert, sollte deshalb möglichst bereits vor der Veröffentlichung klären, ob die gewünschte Musik für genau diesen Zweck genutzt werden darf.
5. SoundGuardian Berechtigungsanfrage oder Abmahnung erhalten: Wie sollten Betroffene reagieren?
Wer ein entsprechendes Schreiben erhält, sollte zunächst ruhig bleiben und überlegt handeln.
a. Schreiben ernst nehmen und Fristen beachten
Selbst wenn die Forderungen auf den ersten Blick überraschend erscheinen, sollten sie nicht ignoriert werden. In manchen Fällen kann eine unterlassene Reaktion dazu führen, dass weitere anwaltliche Schritte eingeleitet werden.
b. Keine vorschnelle Zahlung leisten
Zahlungen sollten keinesfalls ohne vorherige rechtliche Prüfung erfolgen. Gerade bei urheberrechtlichen Forderungen gibt es häufig rechtliche Ansatzpunkte zur Verteidigung oder Reduzierung der Forderung.
c. Keine eigenständige Kommunikation mit dem Rechteinhaber
Betroffene sollten vermeiden, selbst Stellungnahmen oder Erklärungen gegenüber der Gegenseite abzugeben. Unbedachte Aussagen können später rechtliche Nachteile verursachen.
d. Sachverhalt rechtlich prüfen lassen
Entscheidend ist eine Prüfung unter anderem folgender Punkte:
- Handelt es sich tatsächlich um eine gewerbliche Nutzung?
- Bestehen die behaupteten Rechte an der Tonaufnahme tatsächlich?
- Ist die Höhe der Forderung angemessen?
- Greifen möglicherweise Lizenzregelungen der Plattform?
Erst nach einer solchen Analyse lässt sich beurteilen, ob und in welchem Umfang Ansprüche bestehen.
Zunächst sollte geprüft werden, ob die Vorwürfe überhaupt berechtig sind. Sind Sie gar nicht Betreiber des Social Media-Accounts, der in der Abmahnung genannt ist? Haben Sie das vorgeworfene Lied gar nicht veröffentlich? Haben Sie gegebenenfalls eine Lizenz zur Nutzung? Dann spricht vieles dafür, dass die Abmahnung / Berechtigungsanfrage in Ihrem Fall unberechtigt ist. Gerne prüfen wir dies für Sie.
Selbst falls sich eine Urheberrechtsverletzung im Einzelfall nicht vollständig ausschließen lässt, bedeutet dies nicht automatisch, dass der geforderte Betrag bezahlt werden muss.
In vielen Fällen lassen sich durch Verhandlungen deutlich niedrigere Vergleichsbeträge erzielen oder andere Lösungen finden, um die Angelegenheit endgültig zu klären.
6. Was tun, wenn die SoundGuardian-Abmahnung berechtigt ist?
Sollte sich nach Prüfung herausstellen, dass die beanstandete Musiknutzung tatsächlich nicht ausreichend lizenziert war und die geltend gemachten Ansprüche berechtigt sind, kann es sinnvoll sein, eine außergerichtliche Einigung mit SoundGuardian anzustreben.
Dabei sollte nicht nur geprüft werden, ob grundsätzlich eine Zahlungspflicht besteht. Auch die konkrete Höhe der Forderungen und die Frage, unter welchen Bedingungen die Angelegenheit endgültig erledigt werden kann, sind von Bedeutung.
Ziel einer außergerichtlichen Einigung kann es sein, die Angelegenheit verbindlich zu klären und weitere rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
7. Keine Unterlassungserklärung vorsorglich bzw. vorbeugend abgeben
Bei Schreiben von SoundGuardian wird teilweise empfohlen, bereits vorsorglich eine Unterlassungserklärung abzugeben, um einer möglichen späteren Abmahnung zuvorzukommen. Von einer solchen „Unterlassungserklärung auf Vorrat“ ist grundsätzlich abzuraten.
Wenn SoundGuardian zunächst lediglich klären möchte, ob für eine bestimmte Musiknutzung eine ausreichende Berechtigung bestand, folgt daraus nicht automatisch, dass eine Unterlassungsverpflichtung abgegeben werden muss. Zunächst sollte geklärt werden, welche konkrete Nutzung beanstandet wird und welche Ansprüche daraus tatsächlich hergeleitet werden.
Eine Unterlassungserklärung ist zudem nicht ohne rechtliche Folgen. Mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung verpflichtet sich der Betroffene grundsätzlich verbindlich, das entsprechende Verhalten künftig zu unterlassen. Bei einem Verstoß kann eine Vertragsstrafe fällig werden. Je nach konkreter Formulierung kann die Verpflichtung daher weitreichender sein, als es auf den ersten Blick erscheint.
Eine vorsorgliche Unterlassungserklärung sollte deshalb nicht allein deshalb abgegeben werden, weil sie als vermeintlich besonders sichere Lösung empfohlen wird. Entscheidend sind vielmehr die konkreten Umstände des jeweiligen Falls: Was verlangt SoundGuardian tatsächlich? Welche Musik wurde wie genutzt? Und besteht überhaupt ein Anlass für eine Unterlassungserklärung?
Diese Fragen sollten geklärt sein, bevor eine entsprechende Erklärung abgegeben wird.
Ich habe dabei bewusst keine Aussage aufgenommen, dass eine Einigung „in den meisten Fällen“ erreicht werden kann. Das wäre aus meiner Sicht für einen Kanzlei-Ratgeber unnötig weitgehend und könnte als Erfolgs- bzw. Ergebnisversprechen verstanden werden.
8. Hilfe bei SoundGuardian Abmahnung oder Berechtigungsanfrage: Kostenfreie Ersteinschätzung der Kanzlei Dr. Newerla nutzen!
Wenn Sie eine SoundGuardian Abmahnung oder Berechtigungsanfrage wegen TikTok oder Instagram erhalten haben, kann eine frühzeitige rechtliche Prüfung helfen, unnötige Kosten zu vermeiden.
Gerne können Sie uns Ihr Schreiben unverbindlich zur kostenlosen Ersteinschätzung übermitteln. Nach einer ersten Prüfung lässt sich meist schnell beurteilen, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen.
Wir bieten zunächst eine kostenlose Ersteinschätzung an. Für die weitere anwaltliche Bearbeitung arbeiten wir mit günstigen Pauschalpreisen, sodass die Kosten vorab transparent besprochen werden können.
E-Mail: info@drnewerla.de
Telefon: 0471 / 483 99 88-0
Wir vertreten Mandantinnen und Mandanten bundesweit zum günstigen Festpreis.
FAQ zur SoundGuardian Abmahnung / Berechtigungsanfrage im Oktober 2026
1. Warum erhalte ich eine SoundGuardian Berechtigungsanfrage?
Oft wird Nutzern vorgeworfen, Musikstücke ohne entsprechende Lizenz in Social-Media-Videos eingebunden zu haben.
2. Muss ich die geforderte Summe sofort bezahlen?
Nein, die Forderungen sollten immer zuerst rechtlich überprüft werden. Auch falls die Forderung leider berechtigt sein sollte, können wir Ihnen helfen die Forderung der SoundGuardian GmbH deutlich herunterzuverhandeln.
3. Droht ein Gerichtsverfahren, falls ich auf die Abmahnung nicht reagiere?
Falls Sie das Schreiben von SoundGuardian ignorieren sollten, kann es zu weiteren rechtlichen Schritten kommen.
4. Kann man sich gegen die Forderung von SoundGuardian auch verteidigen?
Ja, je nach Fallkonstellation gibt es mehrere Argumente, wie z. B. eine geringe Reichweite, eine fehlende gewerbliche Nutzung und noch Weiteres, was der Forderung eventuell entgegengebracht werden kann.
5. Welche Lieder / Songs werden in den SoundGuardian-Schreiben häufig genannt?
· „Mein kleines Herz (Bam Bam)“ – Darius & Finlay, MartinBepunkt, Shaun Baker
· „3 Haselnüsse“ – Jacques Raupé & Felix Harrer
· „Komodo (Hard Nights) [Paul Keen & KYANU Remix]“ – R.I.O. & U-Jean
· „Light“ – Jerome
· „Irrenhaus“ – Harris & Ford & Outsiders
· „Outside World“ – Sunbeam
· „Ich & Du“ – Gestört aber Geil
· „Summer Jam (Radio Edit)“ – The Underdog Project
· „Faded Love“ – Leony
· „Paradise“ – VIZE & Leony
· „So schmeckt der Sommer“ – Gestört aber Geil
· „Wohin willst du (Extended Mix)“ – Gestört aber Geil
· „Toca Toca“ – Fly Project
· „Girls Just Wanna Have Fun“ – MATTN vs Stavros Martina & Kevin D
· „9 PM ‚Till I Come“ – ATB
· „Beachball (Vocal Radio Edit)“ – Nalin & Kane
· „Run Away“
· „Never Let Me Down“
· „Pump it Up“ – Nari, Stefano Pain, Tava, Luciana
· „Ab geht die Post“ – Drillheadz
· „Wonderful Life“ – Marc Korn, Semitoo, Jaycee Madoxx
· „We Are Young“ – Beachbag
· „Like I Love You“ – The Hitmen
6. Wie ist SoundGuardian überhaupt auf mich aufmerksam geworden, wurde ich womöglich von jemandem dort „angezeigt“
Nach unserem Kenntnisstand wurden Sie hier nicht einfach von jemandem „angezeigt“. Nach eigenen Angaben auf ihrer Webseite setzt SoundGuardian eine spezielle Software ein, welche Social-Media-Kanäle durchforstet und auswertet, um festzustellen, ob Musik ohne Lizenz verwendet wird.

