Sie haben eine Abmahnung von Epic Legal im Auftrag von Lacoste erhalten? Dann sollten Sie zunächst Ruhe bewahren und insbesondere nicht vorschnell die beigefügte Unterlassungserklärung unterschreiben oder die geforderte Zahlung leisten.
In den uns aktuell (Stand September 2026) vorliegenden Fällen geht es insbesondere um den Verkauf beziehungsweise das Angebot von Bekleidung im Internet. Lacoste wirft den Betroffenen dabei eine Verletzung von Markenrechten vor. Je nach Einzelfall können neben einer Unterlassungserklärung auch Auskunft, Schadensersatz, Testkaufkosten und die Erstattung von Rechtsanwaltskosten verlangt werden.
Ob die Abmahnung tatsächlich berechtigt ist und welche Forderungen gegebenenfalls bestehen, lässt sich allerdings nicht allein anhand des Abmahnschreibens beantworten.
1. Warum mahnt Epic Legal für Lacoste ab?
Lacoste verfügt über umfangreiche Markenrechte, unter anderem an der Bezeichnung „Lacoste“ und verschiedenen charakteristischen Logos und Kennzeichen.
Bei den von Epic Legal ausgesprochenen Abmahnungen wird unter anderem beanstandet, dass entsprechende Kennzeichen bei Angeboten von Bekleidung verwendet wurden. Entscheidend ist dabei stets, wie das konkrete Produkt angeboten wurde und ob eine markenrechtlich relevante Nutzung vorliegt.
Nicht jede Verwendung einer Marke im Zusammenhang mit einem Produkt ist automatisch unzulässig. Die rechtliche Bewertung hängt von den konkreten Umständen ab.
2. Originalware kann einen wichtigen Unterschied machen
Eine besonders wichtige Frage lautet: Handelt es sich bei der angebotenen Ware tatsächlich um Originalware von Lacoste?
Der Weiterverkauf von Originalprodukten kann grundsätzlich zulässig sein. Im Markenrecht spielt dabei insbesondere der sogenannte Erschöpfungsgrundsatz eine wichtige Rolle.
Deshalb sollte bei einer Abmahnung geprüft werden, woher die betroffenen Produkte stammen und unter welchen Umständen sie erworben wurden.
Wenn Sie Lacoste-Produkte beispielsweise selbst bei einem Händler gekauft haben, sollten Sie unbedingt sämtliche vorhandenen Unterlagen aufbewahren. Dazu gehören insbesondere:
- Rechnungen,
- Lieferscheine,
- Bestellbestätigungen,
- Zahlungsnachweise,
- E-Mail-Korrespondenz mit dem Verkäufer und
- sonstige Nachweise zur Herkunft der Ware.
Diese Unterlagen können für die Verteidigung gegen eine Markenabmahnung von erheblicher Bedeutung sein.
3. Unterlassungserklärung von Epic Legal nicht ungeprüft unterschreiben
In einer Lacoste-Abmahnung wird regelmäßig eine Unterlassungserklärung verlangt beziehungsweise eine entsprechende Erklärung vorformuliert.
Hier ist besondere Vorsicht angebracht.
Mit der Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gehen Sie eine rechtlich verbindliche Verpflichtung ein. Ein späterer Verstoß gegen diese Verpflichtung kann eine Vertragsstrafe auslösen.
Deshalb sollte eine solche Erklärung nicht einfach unterschrieben werden, nur weil in dem Schreiben eine kurze Frist gesetzt wurde. Zunächst sollte geprüft werden, ob überhaupt eine Unterlassungsverpflichtung besteht und welchen Umfang sie gegebenenfalls haben muss.
4. Muss das beanstandete Angebot gelöscht werden?
Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.
Wenn ein möglicherweise rechtsverletzendes Angebot weiterhin online ist, sollte die Situation selbstverständlich nicht unnötig verschärft werden. Gleichzeitig sollten Sie vor einer Löschung zunächst Beweise sichern.
Machen Sie deshalb Screenshots des Angebots und sichern Sie – soweit vorhanden – Informationen über Verkaufszeitraum, Produktbeschreibung, Bilder, Preis und bereits erfolgte Verkäufe.
Ob das Angebot anschließend gelöscht, geändert oder weitergeführt werden sollte, hängt vom konkreten Sachverhalt ab.
5. Welche Kosten können bei einer Lacoste-Abmahnung entstehen?
Epic Legal kann neben der Unterlassung beispielsweise auch die Erstattung von Rechtsanwaltskosten und Testkaufkosten sowie gegebenenfalls Schadensersatz verlangen.
Gerade bei markenrechtlichen Abmahnungen können die angesetzten Streitwerte und damit auch die Anwaltskosten erheblich sein.
Es sollte daher nicht nur geprüft werden, ob überhaupt eine Markenverletzung vorliegt, sondern auch, ob die einzelnen geltend gemachten Forderungen und die zugrunde gelegte Berechnung nachvollziehbar und rechtlich begründet sind.
6. Lacoste-Abmahnung nicht ignorieren
Eine Abmahnung sollte weder ungeprüft akzeptiert noch einfach beiseitegelegt werden.
Die gesetzte Frist sollte ernst genommen werden. Gleichzeitig besteht gerade bei kurzen Fristen kein Grund, unter Zeitdruck eine möglicherweise weitreichende Unterlassungserklärung abzugeben.
Sinnvoll ist es, zunächst die vollständigen Unterlagen zu sichern und insbesondere folgende Fragen zu klären:
- Was genau beanstandet Lacoste?
- Welche Produkte sind betroffen?
- Handelt es sich um Originalware?
- Woher stammt die Ware?
- Wie wurde das Produkt angeboten?
- Welche Unterlassung wird verlangt?
- Wie werden Schadensersatz und Kosten berechnet?
Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welche Reaktion sinnvoll ist.
7. Kostenlose Ersteinschätzung der Kanzlei Dr. Newerla nutzen!
Wenn Sie eine Lacoste-Abmahnung von Epic Legal erhalten haben und unsicher sind, wie Sie darauf reagieren sollten, können Sie sich gerne an unsere Kanzlei wenden.
Wir bieten zunächst eine kostenlose Ersteinschätzung an. Für die weitere anwaltliche Bearbeitung arbeiten wir mit günstigen Pauschalpreisen, sodass die Kosten vorab transparent besprochen werden können.
Kanzlei Dr. Newerla
Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für IT-Recht, Urheber- und Medienrecht sowie gewerblichen Rechtsschutz
E-Mail: info@drnewerla.de
Telefon: 0471 / 483 99 88-0
Wir vertreten Mandantinnen und Mandanten bundesweit.
Häufige Fragen 2026 zur Lacoste-Abmahnung durch Epic Legal
1. Muss ich die Forderung von Lacoste sofort bezahlen?
Nein. Eine Abmahnung sollte zunächst rechtlich geprüft werden. Insbesondere sollte geklärt werden, ob die behauptete Markenverletzung tatsächlich vorliegt und ob die geforderten Beträge in der verlangten Höhe berechtigt sind.
2. Ist der Verkauf gebrauchter Lacoste-Kleidung verboten?
Nein. Der Verkauf gebrauchter Originalware ist nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend sind insbesondere die Herkunft der Ware und die konkreten Umstände des Angebots.
3. Was passiert, wenn ich keine Unterlassungserklärung abgebe?
Das hängt vom konkreten Fall ab. Eine Abmahnung sollte nicht ignoriert werden. Ob und in welcher Form auf die Unterlassungsforderung reagiert werden sollte, muss anhand des konkreten Vorwurfs geprüft werden.
4. Kann ich mich gegen eine Lacoste-Abmahnung von Epic Legal wehren?
Das kann im Einzelfall durchaus möglich sein. Ob und mit welchen Argumenten eine Verteidigung erfolgversprechend ist, hängt insbesondere von der Herkunft der Ware, der konkreten Markennutzung und den Umständen des Verkaufs ab.
4. Was sollte ich nach Erhalt der Abmahnung als Erstes tun?
Bewahren Sie sämtliche Unterlagen auf, sichern Sie das beanstandete Angebot und beachten Sie die gesetzte Frist. Unterschreiben oder bezahlen Sie nicht vorschnell, bevor die Abmahnung und die geltend gemachten Ansprüche geprüft wurden.

